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Die Steininschriften von Aventicum
Etwa 150 Steininschriften sind bisher aus der römischen Stadt Aventicum bekannt. Einige von ihnen besitzen derart monumentale Proportionen, dass ihre Präsentation in den heute zur Verfügung stehenden Ausstellungsräumen nicht möglich ist.
Häufig sind Ehreninschriften, auf denen einzelne Bürger mit ihren Ämterlaufbahnen und ihren Verdiensten um die helvetische Gemeinde oder die römische Kolonie hervorgehoben wurden. Dabei kristallisiert sich das Bild heraus, dass in der Verwaltung und den politischen Ämtern Familienclans zumindest zeitweise eine beherrschende Rolle spielten. Die Geschicke der Stadt wurden demzufolge offenbar nicht unwesentlich vom Einfluss und Eigeninteresse einzelner Familien bestimmt.
Anhand der zahlreichen Weihungen ist sowohl eine Annäherung der Bevölkerung an die römische Götterwelt als auch das Festhalten an gallo-keltischen Glaubensvorstellungen belegt. Bemerkenswert ist die relativ grosse Anzahl von Personen, die als Priester innerhalb des Kaiserkultes ein Amt ausübten.
Mindestens drei Zufahrtswege vor den Toren der Stadt Aventicum konnten als sogenannte Gräberstrassen identifiziert werden, die von Grabsteinen gesäumt waren. Neben der sehr unterschiedlichen Ausgestaltung der erhaltenen Grabmale fällt auf, dass die Inschriften vergleichsweise kurz gehalten und die Gravuren zum Teil eher nachlässig ausgearbeitet sind.
Einige Texte bezeugen das kostspielige Engagement, mit dem Einzelne für die Instandhaltung und den Ausbau öffentlicher Bauwerke sorgten. Auffallend ist die häufige Erwähnung von sogenannten scholae, bei denen es sich wohl um Ehren- oder Versammlungshallen handelte. Demnach zählte in Aventicum offenbar nicht nur das Aufstellen von Statuen nebst Postament und Inschrift der öffentlichen Würdigung verdienter Bürger, sondern wohl auch die Erlaubnis zur Errichtung einer schola.
17. Architrav mit Weihinschrift (1)
Gestiftet von den Schiffern der Aar und des Aramus zu Ehren der kaiserlichen Familie. Kalkstein. Gefunden am Rand des Forums, östlich der insula 33.
Ende 2. Jh. n. Chr.
Inschriftenkatalog Nr. 9.
18. Statuenbasis mit Ehreninschrift für Quintus Cluvius Macer
Kalkstein. Gefunden in der östlichen Portikus des Forums, in der insula 28 Ost.
2. Viertel/Mitte 2. Jh. n. Chr.
Inschriftenkatalog Nr. 7.
19. Pilasterkapitell mit Weihinschrift an die Lugoven (2)
Die Lugoven sind keltische Gottheiten die Mars und Merkur gleichgesetzt werden können.
Das Kapitell diente als Sockel für mehrere Statuen
Kalkstein. Gefunden im Bereich zwischen der Umfassungsmauer des Grange des Dîmes -Tempels und der Cella des Cigogniertempels.
Ende 2./ Anfang 3. Jh. n. Chr.
Inschriftenkatalog Nr. 2.
20. Architrav mit Bauinschrift einer Ballspielhalle
Kalkstein. Gefunden im Bereich zwischen insula 19 und der Umfassungsmauer des Grange des Dîmes-Tempels.
1. Hälfte 2. Jh. n. Chr.
Inschriftenkatalog Nr. 10.
21. Altar mit Weihinschrift für die Göttin Aventia und den Genius der Stadtbewohner (incolae) von Avenches (3)
Kalkstein. Ursprünglicher Aufstellungsort unbekannt.
2.-3. Jh. n. Chr.
Inschriftenkatalog Nr. 18.
22. Weihinschrift für die Göttin Aventia
Marmor. Ursprünglicher Aufstellungsort unbekannt.
2.-3. Jh. n. Chr.
Inschriftenkatalog Nr. 17.
23. Altar mit Weihinschrift für die Ärzte und Lehrer.
Kalkstein. Ursprünglicher Aufstellungsort unbekannt.
2. Hälfte 2. Jh./Anfang 3. Jh. n. Chr.
Inschriftenkatalog Nr. 4.
24. Ehreninschrift für [---] dius Flavus
Marmor. Gefunden am Rand des Forums in der insula 40.
Letztes Viertel 1. Jh. n. Chr.
Inschriftenkatalog Nr. 1.
25. Ehreninschrift für Septimius Severus
Kalkstein. Gefunden am Rand des Forums in der insula 40.
193-211 n. Chr.
Inschriftenkatalog Nr. 8.
26. Architrav mit Bauinschrift einer schola (Versammlungsraum)
Es wird die Wohltäterschaft (euergetismus) eines gewissen Q. Iulius erwähnt.
Gefunden am Rand des Forums in der insula 28 Ost.
1. Hälfte 2. Jh. n. Chr.
Inschriftenkatalog Nr. 20 und 21.
27. Mosaik mit Inschrift aus einem halböffentlichen Gebäude (4)
Gefunden neben dem Forum in der insula 29.
Anfang 3. Jh. n. Chr.
Inschriftenkatalog Nr. 19.
Katalog der Mosaiken Nr. 2.
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