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Das nördliche Grabdenkmal
Beim Bau des ersten Denkmals war es aufgrund der Instabilität des Bodens nötig, den Baugrund unterhalb der Fundamente mit einer Reihe von tief gesetzten Eichenpfosten zu sichern. Das Fälldatum dieser Eichen konnte durch die dendrochronologische Analyse des Holzes, das sich wegen der Bodenfeuchtigkeit gut erhalten hat, auf die Jahre zwischen 23 und 28 festgelegt werden.
Der oberste Teil des Sockelbaus war zu beiden Seiten der Exedra mit zwei symmetrisch angelegten Gruppen von Tritonen, die nach Nereiden greifen, plastisch ausgeschmückt. Die eingewölbte Partie der Exedra war sehr wahrscheinlich mit Friesen dekoriert, wie drei äusserst schlecht erhaltene männliche Porträts nahelegen, von denen einer offenbar Teil einer Prozessionsgruppe war.
Die Aedicula war in ihrem Grundriss achteckig, was sich anhand der Form des Daches vermuten lässt. Von den drei in ihr aufgestellten Statuen besitzen wir nur noch wenige Fragmente. Die mittlere Figur war eine Frau, wahrscheinlich die Eigentümerin und Stifterin des Denkmals, die von zwei Männern in Toga gerahmt wurde.
Die figürliche Dachbekrönung bestand aus einer Gruppe mit Satyr und Bacchuskind. Sie sollte die Apotheose der Verstorbenen symbolisieren.
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. Satyr mit Bacchuskind
Die Satyrn, Begleiter des Gottes des Weines Bacchus, erkennt man an ihren Pferdeohren und ihren wirren Haaren. Bacchus ist hier als Kind dargestellt und trägt Flügel. Dieses Attribut weist auf seine Identifizierung mit Amor-Somnus hin, der Personifikation des Schlafes.
Im Grabzusammenhang stehen Gruppen von Satyrn mit Bacchus für das jenseitige Leben in Rausch und ohne Sorgen. Als Dachbekrönung des Denkmals erinnert die Gruppe an das Aufsteigen des Toten in eine göttliche Sphäre und an sein Weiterleben nach dem Tode. Diese Gruppe ist von grosser Bedeutung, da sie eine der frühesten Übernahmen dieses hellenistischen Motivs (3.-2. Jh. v. Chr.) in römischer Zeit darstellt.
Kalksteingruppe, Dachbekrönung des nördlichen Grabdenkmals von En Chaplix.
Um 28 n. Chr.
10. Kopf eines weinseligen Silens (2)
Kennzeichnend für die Silene, die wie die Satyrn zum Gefolge des Bacchus gehören, sind die Pferdeohren, der kahle Kopf und die Knollennase. Der Vergleich mit anderen bekannten Statuen lässt vermuten, dass der Silen angelehnt, mit überkreuzten Beinen dargestellt wurde, den Kopf nach rechts gewendet. Er trägt einen Kranz aus Efeublättern und Blumen. Die Kopfbewegung und der ekstatische Ausdruck des Gesichts weisen wie bei der Gruppe des Satyrn mit Bacchuskind auf ein hellenistisches Vorbild (3.-2. Jh. v. Chr.).
Die Silensstatue, die in der Gartenanlage einer Nekropole aufgestellt war, symbolisiert das sorgenfreie Leben nach dem Tode.
Fragment einer Kalksteinstatue aus der näheren Umgebung des nördlichen Grabdenkmals von En Chaplix.
Um 28 n. Chr.
11. Büste einer Nereide
Die Nereiden sind Meeresgottheiten, Töchter des Nereus, des Meergreises. Diese Büste einer Nereide ist das Fragment einer zu Nr. 12 symmetrischen Gruppe, von der ausserdem nur noch ein Fragment des Fischschwanzes des Triton erhalten ist.
Zum Vorbild und der Symbolik siehe die besser erhaltene Gruppe der rechten Seite.
Gruppe aus Kalkstein aus der oberen linken Ecke der Fassade des Grabdenkmals von En Chaplix.
Um 28 n. Chr.
12. Triton greift nach einer Nereide (3)
Die Tritonen sind Meereswesen mit menschlichem Kopf und Rumpf, der ab der Bauchpartie in einen Fischschwanz übergeht. Sie gehören zum Gefolge des Meeresgottes Neptun. Der Triton versucht hier, mit beiden Händen auf seinem Fischschwanz eine völlig erschreckte Nereide festzuhalten, deren Mantel vom Wind weit aufgebläht ist.
Die Vorlagen für diese Triton-Nereiden-Gruppe sind in der hellenistischen Zeit (3.-2. Jh. v. Chr.) zu finden. Das Motiv taucht häufig im figürlichen Dekor von Grabmonumenten auf, vor allem auf Sarkophagen. Symbolisch stehen diese Meereswesen für das glückliche, sorgenfreie Leben im Jenseits.
Gruppe aus Kalkstein aus der oberen Ecke der Fassade des nördlichen Denkmals von En Chaplix.
Um 28 n. Chr.
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