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Produktionsorte der wichtigsten
Nahrungsmittel im Römischen Reich
 

Ernährung

Im Vergleich zu früheren Epochen gab es in römischer Zeit ein breites und reichhaltiges Angebot an Nahrungsmitteln. Grundlage der Ernährung der Bevölkerung nördlich der Alpen blieben jedoch Getreide, Gemüse und Hülsenfrüchte.

Ein grosser Markt
Nach der römischen Eroberung gelangten neue Nahrungsmittel auf den Markt, die entweder selten oder den Einheimischen bislang unbekannt waren. Es handelt sich dabei vor allem um Luxusgüter aus fernen Regionen wie z. B. aus dem Mittelmeerraum oder von der Atlantikküste importierten Austern; ebenfalls aus der Mittelmeerregion kamen Olivenöl, Oliven, Würzsaucen auf der Basis von Fisch und Krustentieren, Makrelen, Feigen, Datteln, Pinienkerne, Granatäpfel sowie Nüsse und Trauben, die in unseren Breiten wohl erst seit der Mitte des 1. Jhs. n. Chr. angebaut wurden. Aus Indien, Arabien und Äthiopien stammten Zimt, Pfeffer, Ingwer, Kardamom, Anis, Kreuzkümmel, Sesamsamen und Reis.

Essen und Trinken
Die im Gebiet der Schweiz hauptsächlich angebauten Getreidesorten waren Gerste, Spelz, Hirse und Weizen. Das daraus gemahlene Mehl verarbeitet man zu Kuchen, Brot oder Brei (puls).
Für die Zubereitung der Speisen verwendeten die meisten tierisches Fett (Schweineschmalz), in seltenen Fällen auch Butter. Das in grossen Mengen aus Südspanien importierte Olivenöl wurde neben einheimischen Ölen wie Leinöl oder aus Mohnsamen gewonnenem Öl in erster Linie von der wohlhabenderen Bevölkerung verwendet.
Honig diente zum Süssen v. a. für Kuchen, Feingebäck aber auch für die Zubereitung von Saucen. Zum Abschmecken der Speisen verwendete man Würzsaucen, besonders beliebt war das garum, das aus in Salz eingelegten Fischen und Krustentieren gewonnen wurde. Das Salz stammte aus salzhaltigen Quellen oder aus Steinsalzlagerstätten, in Küstengebieten wurde hingegen Meersalz benutzt.
Die bei uns am häufigsten verwendeten Gewürze und Kräuter sind Koriander, Dill, Sellerie und der einheimische Wiesenkümmel. Fenchelsamen, Pinienkerne, Bohnenkraut, Senf- und Mohnsamen sowie Knoblauch sind nur in wenigen Fällen belegt wie auch Majoran/Oregano, Feldthymian, Eisenkraut und Minze.
Mit der Ankunft der Römer wurde Wein in kürzester Zeit überall sehr populär. Das traditionelle keltische Bier blieb allerdings auch weiterhin das übliche Getränk. Am weitesten verbreitet und berühmt war die aus Spelz gebraute cervisia. Beliebt war auch Met, ein Getränk aus mit Wasser und Honig vergorenem Weizen.

Zu Tisch bei der ärmeren Bevölkerung
Die tägliche Kost der einfachen Leute bestand aus der puls, einem Getreidebrei, sowie aus Brot und Gerichten aus Hülsenfrüchten (vor allem Ackerbohnen und Linsen). Hinzu kamen verschiedene Kräuter und Gemüse- oder Salatsorten wie Karotten, Kohl, Amaranth, Gartenmelde, Sellerie, Sauerampfer, Nüsslisalat, weisse Rüben und Randen. Zu den Früchten, die von allen Schichten konsumiert wurden, zählen Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen/Zwetschgen, Walnüsse, Haselnüsse, Walderdbeeren, Himbeeren, Brombeeren und Holunder. Waldpilze wurden ebenfalls gerne gegessen. Auch Käse war offenbar weit verbreitet, glaubt man den antiken Textquellen, die besonders den Käse aus der Alpenregion rühmen. Die Käseherstellung wird darüber hinaus durch die in den Grabungen häufig gefundenen Käsesiebe (Käseformen) aus Terrakotta belegt. Fleisch (Schwein, Schaf, Ziege und seltener Geflügel) und Fisch kamen nur zu besonderen Anlässen, an Festtagen, auf den Tisch.

Zu Tisch bei den Reichen
Die besten Fleischstücke waren den Reichen vorbehalten, die im Übrigen Lammfleisch, Geflügel oder Wild bevorzugten. Auf ihrem Speiseplan standen auch Luxusprodukte wie Austern oder Mittelmeermakrelen und exotische Güter wie Pfeffer, Melone, Datteln, Mandeln, Pinienkerne, Knoblauch, Flaschenkürbis oder Oliven. In den mittleren Schichten wurden auch Pfirsiche, Trauben und Feigen konsumiert. Mit dem Anbau von Pfirsichen begann man in unseren Breiten vermutlich im 1. Jahrhundert n. Chr.

Die Küche
Die Küchen, die man in unserer Gegend gefunden hat, sind sehr einfach. Es handelt sich meist lediglich um einen Raum mit einer Feuerstelle in der Mitte, direkt auf dem Boden. Zum Kochen verwendete man verschiedenste Töpfe, die entweder direkt in die Glut oder auf einen Dreifuss gestellt wurden. Eine andere Möglichkeit war das Kochen in einem Kessel, der an einem Haken über dem Feuer hing. Der Haken selbst war an einer drehbaren Holzstange befestigt.
Kleinere Vorräte an Honig, Obst, Gemüse, getrockneten Kräutern oder Gewürzen und Würzstoffen wurden in der Küche in Vorratsgefässen aufbewahrt. Die grösseren Vorräte, z. B. für den Winter, lagerten in eigens dafür angelegten Räumen in Amphoren oder in grossen Vorratsgefässen, den dolia.

Tisch und Esszimmer
Die Unterkünfte der einfachen Leute waren normalerweise sehr eng und boten nicht die Möglichkeit, im Liegen zu speisen; es gab im Prinzip keine Unterscheidung zwischen Küche und Essraum.
Die Gutshöfe (villae) und die luxuriösen Stadthäuser hingegen besassen einen von der Küche getrennten Speisesaal (triclinium) mit meist drei u-förmig angelegten Speisebetten (lectus triclinaris), auf denen sich jeweils drei Gäste ausgestreckt niederlassen konnten.
Der Boden des triclinium war oft mit Mosaiken, die Wände mit Malereien geschmückt. Frauen nahmen in der Regel auf Stühlen Platz, die für sie in die Nähe der Betten gerückt wurden, Kinder und Sklaven assen in einem anderen Raum.
Die verschiedenen Gerichte wurden auf einem kleinen Tisch in der Mitte serviert. Man ass mit den Fingern; Messer und Gabel gab es hingegen nicht, höchstens einen kleinen Löffel mit spitzem Griff.

Das Gedeck
Zum Servieren von Gemüse und Eintöpfen oder für die verschiedenen, dazu gereichten Saucen benutzte man Schüsseln unterschiedlicher Grösse. Zum Gedeck gehörten auch Schalen und Schälchen für Gewürze, Kräuter, Salz und Würzstoffe sowie extra Tabletts, Platten und Teller für Gerichte mit Fleisch, Geflügel, Wild, Fisch, Gemüse, Obst und Kuchen. Wasser und Wein wurde in Flaschen und Krügen aus Keramik, Glas oder seltener Bronze oder Silber gereicht. Aus unterschiedlich grossen Trinkgefässen trank man Wasser, Wein, Most, Milch oder Bier. Häufig verwendete man Becher und Tönnchen, die auch mit Trinksprüchen versehen sein konnte wie z. B.: "Füll das Glas, Wirt, schenk ein!" oder "Ich bin der König der Trinker".

           
 
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