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herstellung von Textilien
(Vitrine 5)
Textilien dienten im römerzeitlichen Gallien nicht nur zur Fertigung von Kleidungsstücken, man machte aus ihnen auch Wandbehänge, Decken, Kissen, Segel und Taschen.
Die meisten Gewebe wurden aus Wolle oder Leinen hergestellt. Die aus dem Orient importierte, sehr teure Seide findet ganz selten Verwendung. Hanf diente der Herstellung von Seilen; nur sehr selten verarbeitete man die aus dem Osten stammende Baumwolle.
Die Rohstoffe mussten zunächst zum Spinnen aufbereitet werden, dabei wurden die Pflanzenfasern eingeweicht, gebrochen und anschliessend getrocknet. Dann wurden sie wie die Schurwolle mit Kämmen entwirrt (kardiert); wahrscheinlich wurden die für Wolle belegten Kardierkämme (Nr. 37) auch zum Kämmen von Leinen verwendet. Das zu Strähnen gekämmte Vorgarn wurde auf dem Spinnrocken aufgerollt und durch Ziehen und Drehen zu einem Faden gesponnen, den man zu einer mit einem Spinnwirtel beschwerten Spindel führte (Nr. 1-9).
Zum Weben verwendete man einen stehenden Webrahmen, an dessen oberen Querbalken die Kettfäden befestigt waren, die durch Webgewichte aus Ton gestrafft wurden (Nr. 10-12).
In die Stoffe wurden auch manchmal Muster wie z. B. Karos gewebt, sie konnten auch mit Stickereien verziert oder bemalt sein. Mit Fransen und Troddeln versah man Tuniken, Schals, Mäntel, Decken, Wandbehänge, usw.
Aus den Stoffen schneiderte man die verschiedensten Gewänder. Die aus nur wenigen Stoffteilen bestehenden Tuniken wurden mit Eisen, Bronze- oder Beinnadeln (Nr. 13-36) zusammengenäht. Ein Fingerhut schützte dabei den Finger der Näherin (Nr. 38).
1-9. Spindeln aus Bein; Spinnwirtel aus Stein und Ton, von denen zwei aus Scherben von Tongefässen herausgeschnitten wurden.
10-12. Webgewichte aus Terrakotta, mit denen der Zettel am Webstuhl gestrafft wurden.
13-36. Nadeln aus Eisen, Bronze und Bein.
37. Hechel aus Eisen.
38. Fingerhut aus Bronze.
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