Retour à la page d'accueil
Aide Deutsch

Die Anfänge von Aventicum
Die einheimische Bevölkerung
Sprache und Schrift
Die Zeitrechnung
Masse und Gewichte
Theater, Spiele und Musik
Theater
Spiele im Amphitheater
Musik
Geld und Zahlungsverkehr
Das Münzsystem vom 1. bis 3. Jahrhundert
Preise und Löhne
Echte und falsche Münzen
Geld ausgeben oder sparen?
Rom und Aventicum
Die Religion
Die orientalischen Kulte
Römische Religion
Mythologische Figuren
Die einheimischen Götter
Schutzgötter des Hauses und ihre Kulte
Das Christentum
Die Heiligtümer von Aventicum
Von der Spätantike ins frühe Mittelalter
Erdgeschoss
2. Stock
1
 
2
 
3

Römische Religion
(Vitrinen 20-21)

Die Römer verehrten zahlreiche Götter sowohl im öffentlichen Leben als auch im häuslichen Bereich. Die römische Religion war sehr komplex, da sie neben den alten römischen Kulten auch griechische und etruskische Elemente in sich vereinte, die nicht immer klar voneinander zu trennen sind. Neben zahlreichen kleineren Gottheiten standen allen voran die Hauptgötter, allen voran Kapitolinische Trias mit Iuppiter, Iuno und Minerva; weitere sehr beliebte Götter waren Mars, Venus, Apollo, Merkur und Bacchus.
.In den Provinzen sind Religion und Mythologie nie rein römisch. Vielmehr sind römische und einheimische Götter miteinander verschmolzen. Ob es nun die Römer waren, die die angefundenen einheimischen Götter den ihren gleichsetzten, wie es Iulius Caesar im Fall von Gallien tat, oder ob es umgekehrt war, ist schwer zu sagen .
Ein gutes Beispiel für diese Verschmelzung sind Inschriften, in denen der alte keltische Göttername als Beiname neben dem Namen der römischen Gottheit erscheint, wie z. B. Mercurius Cissonius (Vitrine 24, Nr. 13), Mars Gradivus (Vitrine 20, Nr. 13) oder Mars Caisivus (Vitrine 17, Nr. 6). 

Iuppiter (Vitrine 20, Nr. 1-3 und Vitrine 21) ist der oberste Himmelsgott. Er wird von Caesar unter den fünf Hauptgottheiten Galliens angeführt. Sein Kult ist in unserer Region durch Inschriften und zahlreiche Darstellungen gut belegt. Eine der am weitesten verbreitete zeigt ihn als Reiter mit dem Blitzbündel in der Hand über einen besiegten Giganten dahinsprengend. In Aventicum wurde eine Säule gefunden, die von einer solchen Gruppe bekrönt war. Iuppiter wird hier als der Himmelsgott verehrt, der die Mächte der Unterwelt besiegt hat.

Merkur (Vitrine 20, Nr. 4-9 und 14) ist der Schutzgott der Reisenden und der Gewerbetreibenden, bei den Galliern gilt er als der Erfinder aller Künste. Nach Julius Caesar war er der Hauptgott der Gallier. Man erkennt Merkur an seinem Reisehut (petasus), der mit kleinen Flügeln versehen ist, die manchmal auch in den Haaren sitzen, des weiteren an seinem Stab (caduceus) und am Geldbeutel, den er mit einer Hand fest umschlossen hält.

Bacchus (Vitrine 20, Nr. 10) ist der Gott des Weines. In seinem Gefolge befinden sich Silene, Satyrn und Mänaden (Vitrine 20, Nr. 11-12, 15-16). Sein Kult scheint in unserer Gegend wenig verbreitet zu sein. Bildwerke mit bacchischer Thematik sind jedoch keineswegs selten. Bacchus ist erkennbar an den Weintrauben und an den Weinblättern, die seine Haare schmücken.

Minerva (Vitrine 20, Nr. 17-22) ist die Göttin der Gerechtigkeit und der Weisheit. Wie Julius Caesar schreibt, wurde sie von den Galliern als Schutzgöttin des Handwerks verehrt. Darstellungen der Göttin folgen alle dem gleichen, alten griechischen Bildschema: sie trägt einen Helm, die Ägis mit dem Haupt der Medusa, eine Lanze und einen Schild.

Apollo (Vitrine 20, Nr. 23), zuständig für die Künste und die Musik, gilt bei den Römern ebenso wie bei den Galliern auch als Heilgott. Man findet ihn in dieser Funktion vielfach in Zusammenhang mit Heilbädern oder Thermen. In Aventicum wird sein Name in einer Weihinschrift für Ärzte erwähnt (Inschriftenkatalog Nr. 4).

Mars (Vitrine 20, Nr. 13) gehört als Kriegsgott zu den fünf grossen Göttern der Gallier. Wird er auch vergleichsweise weitaus seltener dargestellt als Merkur, so begegnet uns sein Name doch in zahlreichen Inschriften, assoziiert mit einer Vielzahl von Beinamen keltischen Ursprungs.

.
Vitrine 20
1. Bronzeadler, Attribut des Iuppiter.
2. Jh. n. Chr.
2-3. Iuppiterstatuetten aus Bronze.
2.-3. Jh. n. Chr.
4. Bronzeblech mit eingravierter Weihinschrift für Merkur.
2. Jh. n. Chr.
Deo Mer[cu]rio Iu[l]ius Sextus v(otum) s(oluit) [l(ibens)] m(erito).
Dem Gott Merkur verdientermassen löste Iulius Sextus willig sein Gelöbnis ein.
5. Caduceus aus Silber, Attribut des Merkur (1). Tempel der
Grange des Dîmes.
6-8. Bronzestatuetten des Gottes Merkur.
9. Bronzestatuette des Merkur mit Hahn und Ziege.
10. Bronzestatuette des Bacchus; wohl Schmuckelement eines Gerätes.
2. Jh. n. Chr.
11. Bronzestatuette eines Silens.
Ende 2. Jh. n. Chr.
12. Bronzestatuette eines Silens einen Weinschlauch schulternd.
13. Versilbertes Bronzeplättchen mit eingravierter Weihinschrift für Mars Gradivus.
Mars Gradive pate[r---/hanc patriam civ[esque---]/
inclute bellator[---/imperio monitus m[erito---?]/        Sex(tus) Tetricius donum [dedit?].
Mars Gradivus, Vater … meine Heimat und seine Bürger, …berühmter Krieger; verdientermassen berufen zur Ordnung(?), (bringt dir) Sextus Tetricius (dies) als Geschenk.
Ende 2. - Anfang 3. Jh. n. Chr.
Inschriftenkatalog Nr. 24.
14. Gemme aus Jaspis. Kopf des Merkur und zwei Buchstaben: TI (für Tiberius?).
Anfang 1. Jh. n. Chr.
15. Gemme, Nicolo. Satyr mit Flöte in der Linken, Krummstab (pedum) in der Rechten und der Nebris, einem Hirschkalbfell. Unten rechts ein Stern.
16. Gemme aus Granat. Tänzer aus dem Gefolge des Bacchus. Er hält in der Rechten einen Kantharos und über dem Arm die Nebris (ein Hirschkalbfell). In der Linken schwingt er einen mit Laub und Bändern geschmückten Stab (thyrsus). Unten rechts liegt ein umgestossener Krater.
Anfang 1. Jh. n. Chr.
17. Karneolgemme. Minerva hält eine Lanze in der Linken und eine offene Schwertscheide in der Rechten. Vor ihr auf dem Boden erkennt man ihren Schild.
2. Jh. n. Chr.
18. Die Eule der Minerva, aus Bronze.
19. Beinnadel mit Minervabüste.
20-22. Drei Münzen mit Minervadarstellungen.
1. Jh. n. Chr.
23. Bronzestatuette des Apollon.
2. Jh. n. Chr.

Vitrine 21
Fragment einer Kalksteinstatuette.
2.-3. Jh. n. Chr.
Diese Darstellung des thronenden Iuppiter entspricht wahrscheinlich in der Haltung dem Kultbild des Iuppiter Optimus Maximus, das im Tempel auf dem Kapitol in Rom aufgestellt war. Die Statuette schmückte wahrscheinlich eine Säule ähnlich jener, die in Mainz gefunden wurde (siehe dazu die Rekonstruktionszeichnung unten). Trifft diese Interpretation zu, kann man die ursprüngliche Höhe der Säule auf ca. 3,90 m schätzen.

Statue der Göttin Minerva (3)
Kopf, rechter Unterarm, Medusenhaupt, Füsse und Finger der linken Hand aus Marmor.
Ursprüngliche Höhe der Statue: 2,80 m.
Sogenannte Akrolith-Statue. Nur die sichtbaren Körperteile sind aus Marmor gearbeitet. Der Kern der Skulptur bestand wahrscheinlich aus Holz und war durch ein Stoffgewand bedeckt, was Holzreste, die in der Nut im Nacken und am Eisenbolzen des Unterarmes zu schliessen ist. Minerva trug die Ägis (Brustpanzer), die mit einem marmornen Medusenhaupt geschmückt war, sowie einen Helm, der als Verzierung ein Gesicht mit geschlossenen Augen aufweist.
Die Statuenfragmente waren sorgfältig im Inneren eines Gebäudes in einer sogenannten favissa begraben worden. Dieser Bau, der gleich neben dem Forum lag, könnte als Bibliothek oder als Versammlungshaus gedeutet wird, wo Minerva häufig Aufstellung fand in ihrer Funktion als Göttin der Weisheit, der Künste und der Wissenschaften.
2. Jh. n. Chr.?
Zwei Scheiben aus Mosaikglas, die in der Nähe gefunden wurden, schmückten vielleicht ein Holzkästchen.

           
 
Römermuseum Avenches - Postfach 237 - CH-1580 Avenches
Tel.: +41 (0)26 675 17 27 - Sekretariat: +41 (0)26 557 33 00 - Fax: +41 (0)26 557 33 13 - musee.romain@vd.ch
April bis September : Dienstag bis Sonntag - 10h-12h und 13h-17h (ganze Woche geöffnet im Juni)
Oktober bis März : Dienstag bis Sonntag - 14h-17h