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Das Münzsystem vom 1.
bis 3. Jahrhundert
(Vitrine 15)
Das von Augustus für das gesamte römische Reichsgebiet neu organisierte Währungssystem umfasste Münzeinheiten aus Gold, Silber, Messing und Kupfer. Die Metallgehalt- und Gewichtsrelationen der einzelnen Einheiten waren untereinander klar festgelegt (Vitrine 15, Nr. 1). So war es möglich, anhand der Metallfarbe den Nennwert zu erkennen (Vitrine 15, Nr. 2-8). Messingmünzen (Sesterz und semis) z. B. besitzen den zweifachen Nennwert von Kupfermünzen (as und quadrans). Das augusteische Währungssystem blieb relativ stabil und behielt seine Gültigkeit bis ins 3. Jahrhundert. Erste leichte Wertverluste durch Gewichts- und Feingehaltsreduktionen zeichnen sich jedoch schon im Laufe der ersten beiden Jahrhunderte ab. Die seit dem Ende des 2. Jahrhunderts stärker zunehmende Geldentwertung führte im Jahr 214 n. Chr. unter Caracalla zur Einführung eines neuen Silbernominals, des sog. Antoninian, der dem Wert von zwei Denaren entsprach. Die galoppierende Inflation liess diese neue Münze bereits im 3. Jh. schnell an Wert verlieren. Unter Claudius II. Gothicus (268-270 n. Chr.) betrug ihr Silbergehalt nur noch 2%. Diese Entwicklung lässt sich an der Serie von Antoninianen (Vitrine 15, Nr. 9-12) gut nachvollziehen.
Kaiser Aurelian (270-275 n. Chr.) unternahm den Versuch, diese Entwertung zu bremsen, indem er einen neuen Antoninian einführte (Vitrine 15, Nr. 13). Nachdem es dennoch nicht gelungen war, durch diese erneute Geldreform die Inflation einzudämmen, nahm Diokletian (284-305 n. Chr.) eine grundlegende Neuordnung des Münzwesens vor (Vitrine 15, Nr. 14). Dieses System sollte über Jahrhunderte Bestand haben, wenn auch die einzelnen Einheiten bald wieder an Wert verloren (vgl. die Münzen des 4. Jhs.: Vitrine 25, Nr. 20-39).
Vitrine 15
1. Das Münzsystem des römischen Kaiserreichs vom 1. bis 3. Jh. n. Chr.
2. Aureus, Gold, Augustus (27 v. Chr.-14 n. Chr.) (1).
3. Denar, Silber, Antoninus Pius (141-161 n. Chr.) für seine Frau Faustina Minor.
4. Sesterz, Messing, Marc Aurel (161-180 n. Chr.) für die vergöttlichte Faustina Minor.
5. Dupondius, Messing, Domitian (81-96 n. Chr.).
6. As, Kupfer, Augustus (27 v. Chr. - 14 n. Chr.) für Tiberius.
7. Semis, Messing, Augustus (27 v. Chr. - 14 n. Chr.) für Tiberius.
8. Quadrans, Kupfer, Domitian (81-96 n. Chr.).
9. Antoninian, Gordian III. (238-244 n. Chr.).
10. Antoninian, Valerian I. (253-260 n. Chr.).
11. Antoninian, Claudius II. Gothicus (268-270 n. Chr.).
12. Antoninian, Tetricus I. (271-274 n. Chr.).
13. Antoninian, Aurelian (270-275 n. Chr.).
14. Follis, Diokletian (284-305 n. Chr.).
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