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Tornallaz (turm)

Ein Turm mit wechselnden Rollen

Der nördlich des Osttors gelegene Turm Nr. 2 ist als einziger der 73 Türme der Stadtmauer bis heute erhalten geblieben. Ursprünglich war er 10,80 m hoch, wohl schon im Mittelalter wurde er auf 12,50 m erhöht. Sein Überleben verdankt er dem Umstand, dass er lange – vermutlich seit dem Mittelalter – als Beobachtungs- und Meldeposten diente.
Zu diesem Zweck wurde der Turm mehrfach instand gestellt, umgebaut und erhöht; sein jetziges Aussehen geht auf die Restaurationsarbeiten vom Anfang des 20. Jahrhunderts zurück. Damals wurde auch im Innern eine Holztreppe eingebaut, die zum rekonstruierten Wehrgang und zur zuoberst errichteten Aussichtsterrasse führt. Damals wurde auch der ursprüngliche Zugang von der Stadtseite her wiederhergestellt, und das römische Mauerwerk wurde bis zu der Höhe, in der es erhalten geblieben ist (d.h. bis zur Höhe des Wehrgangs), ausgebessert. In der Antike unterbrach ein Lokal mit kreisrundem Grundriss und engen Fensteröffnungen die Kurtinen, die es durch zwei Türen erschloss – dies im Gegensatz zur gegenwärtigen Rekonstruktion, die an dieser Stelle dem mittelalterlichen, höheren Zustand des Monuments entspricht mit einer geraden Mauer stadtauswärts und einer höher gelegenen Zugangstür, zu der man im Mittelalter wohl über eine aussen angelehnte bewegliche Leiter gelangte.

Restaurierung gibt Auskunft über die Baugeschichte
Bei kürzlich durchgeführten Unterhalts- und Instandstellungsarbeiten an den äusseren Verputz konnte das römische Mauerwerk, dessen Fugen markiert sind, von mittelalterlichen und späteren Bearbeitungen unterschieden werden; letztere waren mit einem stärker überdeckenden Verputz verkleidet, der den an einzelnen Stellen erhaltenen mittelalterlichen Verputz nachahmt.

Römische und mittelalterliche Bautechnik
An der Innenverblendung des Mauerwerks lassen sich die verschiedenen Bautechniken am besten ablesen: kleine, regelmässig bearbeitete Bausteine aus gelbem Kalkstein bei den römischen Überresten, weniger sorgfältiges Mauerwerk, in dem verschiedene gröber behauene Steintypen mit Ziegel- und Backsteinbruchstücken vermischt waren, bei den mittelalterlichen Bauteilen, bei denen auch die Verankerungsstellen der Balken für die Zwischenböden noch sichtbar sind, die im Laufe der Baugeschichte in unterschiedlicher Höhe eingezogen wurden.

           
 
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